Farbe oder Schwarz/Weiss?

Das wird jetzt ein bisschen kompliziert. Geht ja auch nur um Grundsatzfragen. Also schreibe ich lieber über meine Vorlieben. Das ist vielleicht besser, als über das große und ganze zu philosophieren.

Ich fotografiere mit meinen Analogkameras meist fast nur schwarz-weiss. Das hat verschiedene Gründe, die letzten Endes alle damit zusammenhängen, dass ich die Resultate nach dem Fotografieren selbst erarbeiten will. In Farbe zu entwickeln ist zwar möglich, aber der Aufwand ist dann noch deutlich grösser. Nicht unmöglich, aber … nun ja. Farbe geht lieber ins Labor.

Für mich ist das selbst entwickeln ein wichtiger Teil der Entstehung eines Bildes.  Ich komme von einer Fototour zurück, richte im Keller meine Utensilien. Danach ziehe ich mich in den Vorratsraum zurück, den ich mit ein paar Handgriffen lichtdicht gemacht habe, und der Spass beginnt. Film einfädeln, Entwickler ansetzen, fixieren, spülen. All das ist Teil der „Therapie“, mit der ich die Entschleunigung genieße, die mit dem analogen fotografieren einhergeht. Je nachdem 10 Minuten, manchmal etwas länger, abhängig von Film und Entwicklerkombination.

Als Konsequenz daraus lerne ich mit der Zeit, Motive so einzuschätzen dass ich ein Auge dafür bekomme, was in s/w funktioniert.

Das folgende Bild hatte ich schon eine Weile vor meinem geistigen Auge. Es ist nur ein paar Minuten von mir in einer Grünanlage entstanden.

Hasselblad 501C

Recht bald, wenn man sich mit dem Thema Film-Fotografie beschäftigt, fällt der Name Hasselblad. Viktor Hasselblad (der alte Schwede) hatte vor einiger Zeit die Idee, die Kamera ein bisschen praktischer zu machen als alle anderen vor ihm.

Dieses Schätzchen hier ist eine 501 C und sieht einfach toll aus. Bei einer Fotobegehung in einem alten Haus, das demnächst saniert wird, konnte ich schon einige Bilder damit machen.

Novembersommer

In diesem Jahr ist der Winter irgendwie noch im Sommerurlaub. Mitte November noch 18° am Sonntag nachmittag. Das ist eine gute Gelegenheit, nochmals die Kamera auszuführen.

Dieses Mal an die Isteiner Schwellen – ein bekanntes Naherholungsgebiet und dementsprechend an einem so schönen Sonntag sehr gut besucht.

Wenn ich dann die Kamera auspacke, ist die Verwunderung meist gross – viele Leute schauen dann etwas merkwürdig. Spätestens wenn ich dann z.B. unter meinem Tuch verschwinde, verstehen die Leute zwar, was vor sich geht – das Bild ist ja bekannt. Das es aber heutzutage noch jemanden gibt der wirklich noch so arbeitet – die meisten snappen ein schneller Bild mit dem Smartphone und laufen weiter – sorgt dann schon für verwunderte Blicke. Weil’s so schön ist, auch gleich noch ein Portrait von meiner Kamera „on Location“.

Florenz auf Film

Manchmal klappt eben alles. Da kommt die Gelegenheit UND man hat auch die Möglichkeit, diese wahrzunehmen. In diesem Fall hatte ich genug Zeit, mich mit meinem Freund joSon Lee in Florenz zu treffen und ein bisschen zu fachsimpel. Also Kameraequiment eingepackt, genug Filme mitgenommen und auf gehts. 650 Kilometer für vier Tage – naja.

Das Wetter in Florenz war leider nicht ganz so prickelnd wie man sich das wünschen würde, aber in solchen Fällen haben wir S/W-Film dabei. Hier einige Ergebnisse:

Erster Einsatz für die Cambo in Italien

Nicht jeder Tag bringt die Gelegenheit, mit der Combo Wide DS um die Häuser zu ziehen. Umso besser, wenn der Urlaub die Gelegenheit gibt, das Fotozeugs mal an die Luft zu bringen und etwas Zeit damit zu verbringen.

Wir waren zuerst in Südtirol und danach in den Marken – hier mal die ersten Bilder, die ich von den beiden Sessions entwickelt habe.

Leider sind einige Bilder meiner Schusseligkeit zum Opfer gefallen – Doppelbelichtung bzw. versehentliches Öffnen des Verschlusses ohne Dark Slide … bei einer solchen Kamera ist es wirklich wichtig, genau zu arbeiten.

Andererseits sind die Ergebnisse wirklich sehr gut – die Bilder am Computer können nur ansatzweise zeigen, welche Details und Brillianz in den Negativen liegt – ganz zu schweigen vom Ausdruck!

Cambo Panorama Madness

Nach einem kurzen Ausflug ins Reich der Mamiya RZ 67 war mir klar,  dass ich zwei Dinge haben will:

– erstens eine Kamera, die wirklich transportabel ist – die Contax 645 erfüllt diesen Zweck.

– zweitens eine Kamera, die für Architektur, Landschaft und Panorama geeignet ist.

Nach einer ganzen Weile der Suche habe ich eine solche Kamera gefunden. Es handelt sich um die Cambo Wide DS, eine sogenannte Fachkamera im Format 4×5. Damit kann man Film bis zu einer Grösse von 10×12 cm belichten. Genauer gesagt, einzelne Blätter, denn in dieser Dimension gibt es keine Filmrollen.

Die Weiterungen einer solchen Kamera sind , dass nun alles wirklich gross ist. Ein Stativ ist Pflicht, fokusiert wird von Hand, Blende und Zeit sind manuell einzustellen. Eine Belichtungsautomatik existiert nicht.

Die Brennweite von 58 mm bedeutet echtes „Weitwinkel – das Objektiv bildet einen Bereich von 110° ab, umgerechnet auf „Kleinbild“ ist dies etwa ein 16 mm Objektiv. Dort ergibt eine solche kurze Brennweite allerdings i.d.R. optische Verzerrungen die gerade Linien krumm erscheinen lässt.

Als „Erstausstattung“ habe ich ein Horseman 6×12 Magazin dazugekauft. Damit kann man die maximale Breite der Kamera ausnutzen, um Panoramas zu fotografieren.

Wie immer, ist alles erst mal neu. Das allererste Bild, dass ich mit der Kamera belichtet habe, ist zwar korrekt belichtet  aber etwas verwackelt, weil ich während der Belichtungszeit von 1 sec. nicht ruhig genug den Auslöser durchgedrückt habe.

Die „anderen“ Bilder an diesem Tag sind weitaus spektakulärer – aber leider nicht vorhanden, da ich vergessen habe, den Darkslide aus dem Magazin zu nehmen. Da die Kamera vollständig modular ist, gibt es keine Auslösesperre die z.B. dafür sorgen würde dann man an den Darkslide erinnert wird wie das z.B. bei der Contax der Fall ist.

Für’s erste ist das schon mal nicht schlecht:


(Kodak T-Max 100, f/32, 1.0 sec. Entwickelt in Tetenal Ultrafin T-plus)

 

Goodbye Mamiya, Hello Contax!

Die Mamiya ist eine Super-Kamera. Ich habe es genossen, dieses Monster zu besitzen, sie auszuführen und Filme damit zu belichten.

Aber man muss auch ehrlich zu sich selbst sein – die Kamera ist für mich ein bisschen zu unhandlich. So sehr ich es gerne machen würde – ich fahre nicht drei Stunden irgendwo hin, um dort die Kamera aufzubauen und auf „das Licht“ zu warten. Für ein bisschen Walk-Around in der Stadt wiederum ist die RZ67 auch nicht gerade ideal – obwohl die Mailand-Sache wirklich Spass gemacht hat.

Also muss etwas neues her. Die Contax 645 ist ebenfalls eine Legende, sie entstand aus einer Kooperation von Zeiss und Kyocera, die Objektive sind atemberaubend, haben ein wunderbares Bokeh und — haben Autofokus! Dieser Autofokus hat nichts mit dem zu tun, was wir heute von unseren DSLR und anderen Knipsen kennen, aber immerhin. Unnötig zu erwähnen, dass es für diese Kamera ebenfalls keinen Service mehr gibt. Das verleiht der ganzen Sache etwas aufregendes, endgültiges.

Sehr schön ist auch dass man neben Film auch Digital fotografieren kann – ich komme später nochmal auf dieses Thema zurück.

Einstweilen sei mal soviel gesagt: Was für die Mamiya RZ67 hinsichtlich der ehemaligen Neupreise und dem jetzigen Gebrauchtpreis galt, gilt auch für die Contax. Die Preise ziehen im Moment etwas an, da es einen kleinen Hype gibt, aber Hey!

Hier also nun das erste Bild, dass ich mit der Contax gemacht habe:


Film: Kodak T-Max 400, Entwickler: Tetenal Ultrafin T-Plus

Naja, vielleicht nicht „das erste“, aber immerhin von der ersten Filmrolle. Wie man an dem Negativ sehen kann, blendet die Kamera die technischen Daten ein: Belichtungszeit 1/1400 sec, f/2.8, Objektiv war das 140 mm f/2.8

Wenn das nicht cool ist!

Viel besser werden solche Bilder, wenn sie dann auf Papier vor einem liegen – dann ist „Wow“ der neue Standard!

Selfie-time!

Zugegeben, mit einer Analog-Kamera ohne Autofokus oder Selbstauslöser ist es nicht so leicht, ein Selfie zu machen. Um so grösser war mein Entzücken, als ich in Mailand diese Installation entdeckt habe, die in der Galerie Vittorio Emmanuelle steht – anlässlich der Expo 2015 wurde eine riesige, aus Spiegeln gefertigte Installation aufgestellt, in deren Inneren man historische Aufnahmen aus Mailand sehen kann.

Auf der Aussenseite allerdings …