Nachlese: Südtirol

Manchmal dauert es eben ein bisschen länger. Mein Beitrag in einem Forum hat mich dazu veranlasst, dieses Bild nun doch noch hochzuladen. Ich habe es 2016 in Südtirol gemacht, danach zum Entwickeln geschickt und erst einmal in der Schublade vergessen.

Hier also der Blick vom Berg ins Tal in voller Pracht, gemacht mit einer Fuji G617 auf Fuji Velvia 50 Diafilm.

Nur mal schnell …

Ihr kennt das ja sicher: „Eigentlich wollte ich nur mal schnell …“ und dann geht’s entweder ganz furchtbar schief oder es kommt was unerwartet gutes dabei heraus.

In diesem Fall wollte ich den angefangenen Film vollknipsen. Also „schnell“ die Orchidee geholt, vor dem Hintergrundkarton platziert und einen Blitz drauf.

Auch wenn man den Belichtungsmesser noch so genau abliest, die Stärke des Blitzes noch so penibel einstellt – man kann nicht erfassen, wie das Licht später wirklich herauskommt. Mit viel Erfahrung kann man sich das ungefähr vorstellen, aber das menschliche Auge ist einfach zu träge, als dass man den Blitz, der ja nur eine 1/10000 sec. lang leuchtet, wirklich „sehen“ kann.

Naja, auf jeden Fall ist in diesem Fall alles gutgegangen. Wie aus einer Blume ein Bild wird – Maplethorpe wäre stolz auch mich.

Farbe oder Schwarz/Weiss – Teil 3

Natürlich gibt es Dinge, die in Farbe einfach besser aussehen. Sonnenuntergänge z.B., oder braune Hunde. Oder beides zusammen.

Wie immer, gibt es natürlich auch hier ein kleines Geheimnis: Um diesen speziellen, luftigen Look zu erhalten, verwendet man Film mit einer bestimmten Empfindlichkeit (in diesem Fall z.B. Portra 400), belichtet ihn aber als wär’s ein Film mit 200 ISO.

Das bedeutet, dass man die Bilder um eine volle Blendenstufe überbelichtet. Im Gegensatz zu Digitalsensoren verhält sich Film nämlich gerade andersherum:

Während Digitalsensoren sehr empfindlich auf Überbelichtung reagieren und dunkle Partien leicht aufgehellt werden können, können unterbelichtete Partien beim Film praktisch nicht wieder hergestellt werden. Demgegenüber fressen Lichter beim Digitalsensor sehr schnell aus (daher belichten die meisten Belichtungsprogramme von Digitalkameras etwas zu knapp, um auf der sicheren Seite zu sein, was schliesslich dazu führt, dass die Bilder immer ein klitzekleines bisschen zu dunkel wirken.

Daher lautet der Grundsatz beim Film: „Measure in the shadows“. Durch die Kombination aus dem Messen in den dunklen Bildbereichen und die gewollte Überbelichtung kommt schliesslich der gewünschte „Film-“ Bildlook zustande.

Genaugekommen ist es daher gar kein Look … sondern echt. Ist das nicht schön?

Film … ist das auch scharf genug?

Heutzutage, im Zeitalter von Mega-Megapixeln, da ist der Film unter Generalverdacht, dass das „nicht scharf genug“ sei.

Natürlich ist es so, dass die Objektive, die Kamera usw. scharf abbilden müssen – aber das gilt ja auch für die Digitalkameras, hier also soweit nichts neues.

Viel interessanter ist allerdings, dass Film per se keine Auflösung hat – es sind ja keine Pixel, die dargestellt werden. Erst beim digitalisieren wird die physikalische Darstellung des Negativs in Pixel umgewandelt, und dann entscheidet sich, was aus dem Bild wird.

Statt dessen wird für Filme die Einheit L/mm verwendet – wie viele Linien kann so ein Film pro Millimeter darstellen, so dass sie noch unterschieden warden können.

Für den Fujifil Neopan Acros, den ich für dieses Beispiel verwende, sind dies immerhin 200 Linien pro Milimeter. Gemäss dem Artikel hier, sind das umgerechnet ca. 120 Megapixel!

Selbstverständlich kann kam ein Negativ in unterschiedlichen Arten digitalisieren. Dazu gehören:
– abfotografieren
– scannen
– mit noch höherer Auflösung scannen

Hier mal ein Bild, was ich vor einiger Zeit mit der Contax 645 gemacht habe. Objektiv war das 80 mm 2.0, also die „Normalbrennweite“ für Mittelformat. Die Digitalisierung erfolgte mit einer Fuji X-Pro2 und dem Makro-Objektiv. Das Bild hat 6000×4000 Pixel, aber weil ich etwas abgeschnitten habe, sind nur 4996×3861 Pixel übriggebliegen – also 19 Megabyte. Klingt wenig, vor allem im Vergleich zu den 120 Megapixel, die oben genannt warden.

Und jetzt ein Ausschnitt. Selbst bei so starker Vergrösserung sind die Wimpern vom Hundi noch genau zu erkennen, trotz der geradezu winzigen Auflösung des Bildes von nur einem Zehntel dessen, was man aus dem Film theoretisch herausholen könnte:

 

Panoramaformat. Aber in Echt!

Schon bisher hatte ich auf meiner Cambo ein Filmmagazin, in dem ich 6×12 cm grosse Negative belichten konnte. Weil das ganze aber immer eine Weile in Anspruch genommen hat (Aufbau, Scharfstellen, Mattscheibe gegen Magazin tauschen, Bild machen, alles wieder von vorne), habe ich die Kamera nicht ganz so oft mitgenommen, wie man vielleicht sollte.

Deswegen hatte ich ich entschieden, die Cambo zu verkaufen und statt dessen eine echte Panoramakamera zu suchen. Also eine entsprechende Verkaufsanzeige aufgegeben und gleich dazugeschrieben, dass ich auch einen Tausch ins Auge fassen würde.

Die netten Leute von One of Many Cameras in Kopenhagen haben mir dann das Angebot gemacht, meine Cambo gegen eine Fuji G617 zu tauschen. Perfekt!

Und heute war ich das erste mal mit der neuen Kamera unterwegs, und hier auch gleich das erste Resultat:

Testshot mit der Contax 645

Nach einem kleinen Abstecher in andere fotografische Gefilde bin ich wieder zur Contax zurückgekehrt. In bester Pixel-Peeper Manier habe ich deshalb gestern mal die maximale Schärfe aus diesem System getestet.

Die Entwicklung war dabei sehr schlampig. Ich habe die Zeiten nicht ganz genau eingehalten und den Film sogar im Ofen getrocknet – ich wollte ja möglichst rasch an meine „Ergebnisse“ kommen.

Contax 645, 210mm @ f/4.0. Kodak Tri-X 400, entwickelt in Adonal.